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Was ist eigentlich ein Projekt?

Einleitung

Im Internet gibt es sehr viele Antworten auf diese Frage. Dazu gesellen sich dann noch Beschreibungen zu sequentiellen, spiralen und iterativen Vorgehensweisen sowie die Erklärungen zu den „Projektmanagement-Methoden“, wie PRINCE2, PMBoK, GPM-IPMA oder PMI, die natürlich auch jeweils über einen Zertifizierungsservice verfügen.

Was ist ein Projekt?

Es ist meiner Meinung nach nicht relevant sich alle Definitionen und DIN-Normen aneignen zu wollen. Viel entscheidender sind die wichtigsten Charakteristika, mit denen man ein Projekt verorten kann:

  • Zeitliche Befristung
  • Komplexität
  • Temporäre spezifische Organisationsform
  • Risikobehaftung
  • Neuartigkeit und Einmaligkeit
  • Begrenzte Ressourcen wie: Personal, Materialien oder finanzielle Mittel (Budgets)

Ein Projekt hat einen Beginn und ein Ende, also besitzt es ein Zeitfenster – eine Projektlaufzeit. In der Regeln sind viele unterschiedliche Personen an einem Projekt beteiligt. Deshalb spricht man von einem komplexen Projekt. Aber auch dann wenn mehrere Techniken zum Einsatz kommen oder viele Risiken vorhanden sind, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine gewisse Komplexität handelt. International angelegte Projekte sind deshalb von Grund auf schon komplex, da hier Zeitverschiebungen, unterschiedliche Mentalitäten und eine Sprachbarriere zum Tagesgeschäft gehören.

Ein Projekt solltest du erst dann als Projekt anerkennen, wenn ein offizieller Projektauftrag existiert.

Es gibt unterschiedliche Arten von Projekten. In Bezug zu der Ausgangsfrage des Artikels ist nur wichtig, dass sich diese Organisationsformen temporär bilden und auch nach einem Projekt wieder gelöst werden.

Die meisten Projekte, die ich begleitet habe, hatten immer zu wenig Geld. Selbst wenn zu Projektbeginn noch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung standen, durch Budgetkürzungen wurde dieser Umstand verändert. Auch beim Thema Personal ist man oft gezwungen umzuplanen. Begrenzte Ressourcen sind ein eindeutiges Indiz dafür, dass du in einem Projekt tätig bist.

Was sind keine Projekte?

Das bringt uns zwangsläufig zu der Frage, wann davon ausgegangen werden kann, dass man es nicht mit einem Projekt zu tun hat?

Wenn du dich beispielsweise auf dem Gang unterwegs in Richtung Kantine befindest und du von deinem Vorgesetzten zu einer Aufgabe befragt wirst, kannst du erst einmal von einer sogenannten Regeltätig oder eine Aufgabe ausgehen. Regeltätigkeiten sind z. B. permanent durchgeführte Prozesse. Du solltest in so einem Fall – nach deiner Frühstückspause – noch einmal das Gespräch mit deinem Chef suchen, um sicherzustellen, dass dein Chef dasselbe Verständnis hat: Ihr habt nicht von einem Projekt gesprochen!

Projekte haben viele Risiken. Wenn das nicht der Fall sein sollte, hast du kein Projekt vor dir.

Ich habe innerhalb von IT-Abteilungen viele Jahre anregende Diskussionen darüber geführt, ob die Weiterentwicklung einer Software als Produkt angesehen werden kann. Die Antwort auf diese Frage besprechen wir später einmal bei einer Tasse Kaffee :).

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